Die Jahre 2012 bis 2026

2012 – Spenden für die zweite Pfarrstelle, Abriss des alten Kindergartens

Die Landeskirche strich zum 1.1.2013 die halbe zweite Pfarrstelle von Pfarrer Eunicke. Mit dem „Modell 1+1“ konnte die Gemeinde sie für 2013 bis 2017 sichern: Bringt sie ein Viertel der Kosten auf, zahlt die Landeskirche ein weiteres Viertel. Bis Dezember kamen über 28.000 € aus Spenden und Patenschaften zusammen, im Herbst waren die Verträge unterschrieben.

Viele Benefizveranstaltungen unterstützten die Aktion „ProJohannes“, darunter ein Chorkonzert, ein Liederabend, eine Lesung und ein Blockflötenkonzert. Am 15. April begann Pfarrer Morath die Reihe, in der er bis 2017 das gesamte Orgelwerk von Bach spielt.

Das Kirchgeld floss in den Eigenanteil für den neuen Kindergarten mit Krippe. Im August zog der Kindergarten in Container am Kosbacher Damm, im September wurde er mit einem Gottesdienst aus dem alten Haus verabschiedet, im Herbst wurde dieses abgerissen.

Bei der Kirchenvorstandswahl am 21. Oktober traten 16 Kandidierende an, die Beteiligung lag bei 14,4 %. Der neue Kirchenvorstand wurde am 1. Advent eingeführt. 

Gefeiert wurden 60 Jahre alte Siedlerkirche, 40 Jahre Diakonisches Zentrum und ein Gemeindefest unter dem Motto „Gottes großes JA“. Die Gemeinde trauerte um Organist Martin Jäschke und verabschiedete Eckart Krebber, den Gründer von „Soul meets God“. 

2013 – Spenden retten die Pfarrstelle, ein neuer Kindergarten entsteht

Zum 1. Januar wurde die halbe zweite Pfarrstelle offiziell gestrichen. Die Aktion „ProJohannes“ hielt sie mit Spenden am Leben: Allein bis Februar kamen über 30.000 € zusammen, dazu Benefizkonzerte und Bach-Matineen.

Der neue Kindergarten feierte am 8. März Richtfest und wurde am 4. Advent mit Dekan Huschke eingeweiht. Ab Januar 2014 gibt es dort auch eine neue altersgemischte Krippengruppe.

Gleichzeitig war das Kirchendach undicht. Das gesamte Kirchgeld floss in die Dachsanierung, bei der die Gemeinde mindestens 64.000 € selbst tragen muss. Auch der Gemeindeverein steckte in den roten Zahlen.

Die Kinder- und Jugendarbeit blühte: Über 70 Kinder kamen zur Schatzinsel, 60 Kinder führten das Weihnachtsmusical „Himmlische Aufregung“ auf, 27 neue Präparanden begannen. Neu waren das Projekt „60plus“ und die „Spätaufsteher“-Gottesdienste.

Der neu gewählte Kirchenvorstand bildete Ausschüsse. Gleichzeitig begann die Vorbereitung auf das große Jubiläum „50 Jahre Johanneskirche“, unter anderem mit einem Logo-Wettbewerb und der Aktion „Gesichter unserer Gemeinde“.

2014 – 50 Jahre Johanneskirche: „Gut bedacht“

Höhepunkt war das Kirchenjubiläum (Weihe am 25.10.1964). Gefeiert wurde mit einem ökumenischen Festgottesdienst zusammen mit St. Heinrich, einem Festgottesdienst mit früheren Pfarrern, einer Lesung des ganzen Johannesevangeliums, einer Luther-Nacht und der Chronik von Siegfried Olbrich.

Im Januar zogen 82 Kinder in vier Gruppen in den neuen Kindergarten ein. Das Kirchgeld erreichte mit 29.680 € einen Rekord, und im Herbst begann die Dacherneuerung.

Die Gemeinde trauerte um Dieter Dürr, der den KONTAKT 16 Jahre lang gemacht hatte. Rund 400 Menschen kamen zur Trauerfeier. Danach wurde der Gemeindebrief neu organisiert.

Ab April lebten etwa 30 Asylbewerber in Containern in der Nachbarschaft. Ein Helferkreis bildete sich und kümmerte sich um sie.

Der Gemeindeverein hieß nun „ProJugend“. Es gab ein Paulus-Musical, eine Juleica-Schulung und den ersten begehbaren Adventskalender.

2015 – Dach dicht, Türen offen

Das Kirchendach wurde trotz Pannen und Wassereinbruch fertig und war zum Gemeindefest „glänzend und dicht“. Zusätzlich wurden die Kirchenbänke teilweise beheizbar.

Der Kirchenvorstand beschloss einstimmig, erstmals Kirchenasyl zu gewähren: Seit Herbst 2014 lebte eine Mutter mit drei Kindern in Gemeinderäumen. Die Flüchtlingshilfe in Alterlangen ging weiter.

Zehn Jahre Musicalarbeit krönte „Der barmherzige Vater“ mit 65 Kindern vor 900 Zuschauern in der Heinrich-Lades-Halle. Neu kamen die „Königskinder“-Gottesdienste für Kindergartenkinder dazu.

Zum Jahresende kamen Abschiede: Chorleiterin Bärbel Hanslik hörte nach 14 Jahren auf. Pfarrer Eunicke ging zum 31.1.2016.

Wegen der Vakanzen gab es Tauf-Samstage. Daneben liefen der Entwicklungsprozess im Dekanat, die Vortragsreihe „Religion aktuell“ und das Bonhoeffer-Gedenken.

2016 – Neuanfang mit Pfarrerin Schnupp

Im Januar starb Dr. Volker Warnke, Kirchenvorsteher und Initiator der Musicalarbeit. Ab 1. Juli kam Dr. Bianca Schnupp auf die halbe Stelle (1+1-Modell bis 2019) und wurde am 3. Juli eingeführt.

Kent Krußigs Stelle wuchs auf 75 %. Das Musical „Sternstunde in Betlehem“ begeisterte am 6. November in der Stadthalle 1.200 Zuschauer, die stehend applaudierten.

KMD Gerhard Rilling übernahm den neuen „Johanneschor“. Die Bücherei feierte 50 Jahre, der Seniorenclub 50+1.

Manches ging zu Ende: das Gemeindegebet nach 50 Jahren, die Käfergruppe und „Soul meets God“. 

Mit der Martin-Luther-Gemeinde entstand die Dekanatsregion Mitte-West. Zum Auftakt des Lutherjahrs erschien eine Luther-Lieder-CD. Über 70 Menschen, darunter Geflüchtete, fuhren zum Gemeindewochenende nach Weißenstadt.

2017 – Ein Jahr im Zeichen Luthers

500 Jahre Reformation prägten das Jahr: Passionsandachten zu Lutherliedern, das Dekanatsfest mit Gottesdienst auf dem Marktplatz, die Predigtreihe „Von Luther gelernt“ und Reformationskantaten. Am 31. Oktober folgte ein ökumenischer Festgottesdienst.

Das Paulus-Musical kam in die Stadthalle. Die Krußigs feierten 20 Dienstjahre, aus Jugend-Alpha entstand die Gruppe „Beta“, und 28 Konfis fuhren mit 180 Jugendlichen zum KonfiCastle.

Der Frauenkreis endete nach 33 Jahren, der Frauentreff wurde 20. Dazu kamen der Zwergentreff, die Leihgroßeltern-Aktion und ein Besuchskonzept.

Der KONTAKT wurde ab jetzt komplett extern gedruckt.

2018 – Stabwechsel im Pfarramt

Pfarrer Morath ging nach elf Jahren zum 30. Juni in den Ruhestand, blieb aber mit einer Viertelstelle. Zum Abschied spielte er die Goldberg-Variationen. Ab Oktober leitete Dr. Schnupp die Gemeinde als geschäftsführende Pfarrerin mit voller Stelle.

ProJohannes endete im Dezember erfolgreich. Der Anteil der Landeskirche ging an ProJugend, sodass Kent Krußig eine volle Stelle bekam. ProJugend feierte 20 Jahre mit einer Gala.

Die Kirchenvorstandswahl am 21. Oktober lief erstmals als allgemeine Briefwahl, mit 14 Kandidierenden und 24 % Beteiligung.

Bücherei und Mehrzweckraum wurden renoviert und bekamen Fußbodenheizung und Küche. Am 10. Oktober wurden sie wiedereröffnet.

Es gab eine Lutherreise und eine Israelreise. Neu waren ein Kindergottesdienst als Elterninitiative, ein Alpha-Kurs für Erwachsene, ein ökumenischer Adventskalender und Kirchenkaffee jeden Sonntag.

2019 – Neuer Kirchenvorstand, neue Wege

Vertrauensfrau des neuen Kirchenvorstands wurde Bärbel Hanslik. Nach 35 Jahren gab Siegfried Olbrich das Amt des Kirchenpflegers ab, nach 18 Jahren schied Uwe Schatz aus dem Kirchenvorstand aus.

Etwa 30 Menschen machten den Alpha-Kurs mit, daraus entstanden Hauskreise. Zum Familienwochenende fuhren 70 Personen, und beim Zeltlager waren Familien aus Kamerun, Iran und Irak dabei.

Es gab Predigtreihen zu „Liebe“ und „Tanz“, ein ökumenisches Pfingstfest und Alltagsexerzitien mit St. Heinrich.

2020 – Kirche im Lockdown

Ab 22. März fanden keine Gottesdienste statt, auch Ostern nicht. Die Kirche blieb aber zum Gebet offen, Predigten gab es online und gedruckt, rund 250 Haushalte bekamen Ostertüten, und Ehrenamtliche boten Einkaufshilfe an.

Ab Mai wurde mit Abstand gefeiert, in zwei Gottesdiensten um 9.30 und 11.30 Uhr. Die Konfirmation wurde zweimal verschoben. Weihnachten gab es sechs Gottesdienste mit Anmeldung, Weihnachtstüten und ein Video.

Der Innenhof wurde zum Treffpunkt, mit „Summernights“, Erntedank rund um die Kirche und neuen Möbeln. Viele Gruppen trafen sich per Zoom.

Mesner Georg Müller ging in den Ruhestand, sein Nachfolger wurde Igor Nikolaiev. Rilling hörte als Chorleiter auf, Hanslik übernahm wieder. Martha Keßler wurde nach 47 Jahren Seniorenarbeit verabschiedet.

Die Bücherei hatte 2019 mit über 7.000 Ausleihen einen Rekord und gewann einen Preis.

2021 – Zwei Pfarrerinnen, zwei Konfi-Jahrgänge

Ab 1. Juli teilten sich Dr. Bianca Schnupp und Ulla Knauer die Pfarrstelle. Schnupp behielt die Leitung, Knauer übernahm Kindergarten, Erwachsenenbildung sowie Bau und Finanzen.

Die beiden Corona-Jahrgänge wurden in sieben Gottesdiensten konfirmiert, dabei segneten die Eltern ihre Kinder selbst. Ab 2023 sollte erst mit etwa 14 Jahren konfirmiert werden.

Weil die Gemeinde nicht singen durfte, sangen kleine Chorgruppen stellvertretend. Im Innenhof eröffnete das Donnerstagscafé, die Jugendband „HolyRock“ gründete sich.

Bei der Gemeindeversammlung im November ging es um zwei Sorgen: Die Region soll eine ganze Stelle einsparen, und das Gemeindehaus ist marode. Ein „Gottesdienst für alle“ wurde angedacht, und erstmals gab es eine Umweltbeauftragte.

2022 – Zurück zur Gemeinschaft

Die Umfrage zum Gottesdienst ergab: 10 Uhr, eine Stunde Dauer, danach Kaffee. Das Pilotprojekt „Schatzinsel Kunterbunt“ für junge Familien wurde ein Erfolg, dazu kamen Erntefest Kunterbunt, JoKi-Spatzen und wieder eine Krabbelgruppe.

Das Gemeindefest dauerte erstmals zwei Tage, mit einem Konzert und über 400 Würstchen. 

Der Krieg gegen die Ukraine prägte Sommerabende zu Krieg, Frieden und Mut. Wegen der Energiekrise kam die Idee eines Wärmeraums auf.

Nach 20 Jahren ging Pfarramtssekretärin Renate Schatz in den Ruhestand, ihr Nachfolger wurde Michael Weiß. Kent Krußig feierte 25 Dienstjahre.

Nach dem Gospelworkshop des Dekanats kamen Serenade, Gemeindewochenende und Neujahrsempfang zurück. Dr. Evamarie Gröschel dirigierte mit 98 Jahren selbst.

2023 – Ein Gottesdienst für alle

Ab Mai gab es nur noch einen Gottesdienst um 10 Uhr, in wechselnden Formen (traditionell, Schatzinsel, Kunterbunt) und mit Angebot für Kinder. Der Klingelbeutel wurde abgeschafft.

Die Gemeinde schrumpfte auf rund 2.400 Mitglieder, 57 Menschen traten aus. Die Gebäude sind sanierungsbedürftig und nicht barrierefrei. Ein „Team Zukunft“ erarbeitete daher ein Leitbild.

Neu waren die Kirchen-App Churchpool, ein Tauferinnerungsfest und der Kirchentag in Nürnberg. Dazu kamen Gröschels 99. Geburtstag und eine Bausatz-Orgel zum Ausprobieren.

Die Landeskirche verlängerte ihren Zuschuss zur Jugendleiterstelle bis 2027. Konfi-Castle und Jugendgottesdienste starteten wieder, 23 Präparanden meldeten sich an.

Dr. Schnupp wurde 60, der Kindergarten-Neubau zehn Jahre alt. Dekan Huschke ging in den Ruhestand, ein Dreierkollegium übernahm die Leitung des Dekanats.

2024 – 60 Jahre Johanneskirche und große Abschiede

Am 20. Oktober feierte die Kirche ihren 60. Geburtstag mit einem ökumenischen Festgottesdienst, für den St. Heinrich auf einen eigenen Gottesdienst verzichtete. Eine Kunstausstellung zog über 100 Besucher an. Die Orgel wurde 20.

Durch die Landesstellenplanung wurde die Stelle von Diana Krußig halbiert. Diana und Kent Krußig wechselten daraufhin nach 27 bzw. 28 Jahren nach Rentweinsdorf. Dr. Schnupp ging nach acht Jahren nach Höchstadt.

Bei der Kirchenvorstandswahl am 20. Oktober gab es viele Kandidierende. In den neuen Kirchenvorstand wurde mit Nora Lindenberg auch eine 17-Jährige berufen.

Gemeindefreizeit, Gemeindekonzert „Let’s groove“, Rekord-Zeltlager und ein Konfi-Gottesdienst zum Thema KI zeigten eine lebendige Gemeinde. Dr. Gröschel wurde 100.

Pfarrerin Knauer übernahm die Geschäftsführung. Die Jugendarbeit überbrückte Therese Warnke, die Stelle des Jugendreferenten wurde ausgeschrieben.

2025 – Trauer und Aufbruch

Am 26.12.2024 starb Pfarrer Cyriakus Alpermann. Zum Trauergottesdienst am 2. Januar kamen außergewöhnlich viele Menschen.

Pfarrerin Christiane Rentzsch kam im Januar und blieb dauerhaft, ihre Einführung war am 26. Oktober. Seit August ist Andre Arnold Jugendreferent, Diakon Jochen Thumm unterstützt mit einer Viertelstelle.

Die Gemeinde erhielt das Umweltzertifikat „Grüner Gockel“. Mit rund 90 Teilnehmenden war die Gemeindefreizeit so groß wie nie, und zum sechsten Mal lief ein Alpha-Kurs.

Der große Umbau war nicht genehmigungsfähig. Deshalb modernisiert die Gemeinde nun Schritt für Schritt, beginnend mit Brandschutz, einem neuen Gruppenraum und dem Jugendraum.

Nach 20 Jahren gab Bärbel Hanslik die Chorleitung ab. Die Gemeinde trauerte um Hildegard Mondon, die die Paramente geschaffen hatte, und um Christiane Schulte.

2026 (bis Oktober) – Abschied von der „Mutter der Orgel“

Mit 2.231 Mitgliedern (Ende 2025) und 46 Austritten schrumpft die Gemeinde weiter. Die Reformen der Landeskirche sehen ab 2027 „Regionalgemeinden“ und bis 2035 ein Viertel weniger Stellen vor.

Der Bau ging voran: neue Brandschutztüren im Gemeindehaus und ein umgestalteter, flexibler Eingangsbereich der Kirche. Das THW half, die Bänke von der Empore zu holen.

Es gab viele Jubiläen: 60 Jahre Bücherei, 10 Jahre IT-Stammtisch (jetzt ökumenisch), 25 Jahre „Spätaufsteher“ und 350 Jahre seit Paul Gerhardts Tod. Neu ist ein Kinderchor, die „Johannes-Kurrende“.

Zum 102. Geburtstag von Dr. Evamarie Gröschel spielte die 100-jährige Organistin Montserrat Torrent aus Barcelona. Am 27. Juli starb Gröschel.

Wegen fast 40 Grad wurde das Gemeindefest verkürzt, die „Sommernachts-Träume“ waren dagegen ein Erfolg. Ab Oktober leitet Christine Jahn den Johanneschor.

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