Wort des Dekans zur aktuellen Situation

Gespeichert von admin am Mo., 27.04.2020 - 12:41

Liebe Schwestern und Brüder!

Im Mittelpunkt meiner Gedanken steht heute das Kleidungsstück, das ab dieser Woche unser treuer Begleiter beim Betreten von Geschäften und beim Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und ab nächster Woche in unseren äußerlich ganz anders aussehenden Gottesdiensten werden soll und hoffentlich wird: Die Behelfs-Mund-Nasen-Bedeckung oder die sogenannte Community-Maske. Meine wurde übrigens von fleißigen Händen in der Neustädter Kirchengemeinde angefertigt. Danke allen, die da fleißig waren und fleißig sind oder die Beschaffung organisieren!

Für mich – und das meine ich sehr ernst – sind diese Bedeckungen Inbegriff von Nächstenliebe.

Diese Bedeckungen helfen nämlich erst einmal ausschließlich den Anderen. Für mich sind sie erst einmal kein Schutz. Sie bewahren aber andere weitgehend vor dem, was ich aus Mund und Nase Unschönes weitergeben kann. Erst wenn alle sich ebenso für ihre Nächsten – mich eingeschlossen - einsetzen, habe auch ich was davon und werde dann auch geschützt. Erst die Bedeckungen der anderen bewahren mich vor dem, was andere an mich aus Mund und Nase weitergeben könnten.

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ (Mt 22, 39) Dieser biblische Auftrag aus Jesu Mund wird in unserem Tragen der Behelfs-Mund-Nasen-Bedeckung umgesetzt. Und nur wenn die Anderen ihn ebenfalls befolgen, haben wir auch was davon.

Da wird für mich deutlich, wie das Coronavirus uns wirklich zum Umdenken zwingt. Ich kann machen was ich will. Nur wenn wir uns alle zusammen ändern, ändert sich für mich wirklich etwas. Dass ich meine Zukunft selber allein in der Hand habe und dass ich alles allein schaffen kann und muss, das kann ich mir abschminken. Ohne die Anderen geht gar nichts. Diese Behelfs-Mund-Nasen-Bedeckung macht es mir im ganz Kleinen sehr anschaulich.

Und da ist mir dann doch, liebe Schwestern und Brüder, sehr wichtig, dass aus dem Munde Jesu nach biblischer Überlieferung vor dem Satz mit der Nächstenliebe noch die Liebe zu Gott und damit die Liebe von Gott steht. Jesus lädt die Menschen im Auftrag Gottes da ein: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.“ (Mt 22, 37) Ich soll Gott lieben. Ich gestehe so ein: Ich brauche Gottes Liebe zu mir. Ich darf mir aber der Liebe Gottes zu mir auch sicher sein, damit ich mich „selbstlos“, aber von Gottes Liebe getragen für meinen Nächsten einsetze.

Im Sinne der Worte Jesu wünsche ich Ihnen und mir, dass wir dank Gottes Liebe zu uns und dank unserer Liebe zu Gott gute Erfahrungen mit unseren Nächsten zusammen machen – auch angesichts und mit Behelfs-Mund-Nasen Bedeckungen.

Und da wir uns da ja mit Maske nicht immer ganz vollständig in den Blick nehmen können, ist mir der klassische Segen aus unserem Gottesdienst in dieser Woche besonders wertvoll. Da wird uns allen zugesprochen, dass Gott uns ganz und gar im Blick behält von Angesicht zu Angesicht - ohne Behelfs-Mund-Nasen Bedeckung:
Der Herr segne euch und behüte euch. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch seinen Frieden.

Eine so gesegnete Zeit wünscht Ihnen

Ihr Dekan Peter Huschke

Pfarrerin Dr. Bianca Schnupp mit Mund-Nase-Schutz

 

Letzte Aktualisierung
27.04.2020 - 12:44