Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern

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17.10.2019 - 12:02

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(Matthäus 7,12)
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60 Jahre alte Johanneskirche

Johanneskirche 1952 60 Jahre Alte Johanneskirche

Die  Johanneskirche hat einen Vorläufer, der in diesem Jahr Jubiläum feiert. Für die evangelischen Gläubigen in der Stadtrandsiedlung und Alterlangen war der 14. April 1952 ein besonderer Tag: die Weihe ihrer Kirche. Dies ist die Vorgeschichte:

Alterlangen blieb auch nach der Reformation katholisch im Gegensatz zu Erlangen, das evangelisch-lutherisch wurde.

1920 wurde die Ortschaft Alterlangen mit 446 Einwohnern in 63 Anwesen aus der oberfränkischen Landgemeinde Kosbach, Bezirksamt Höchstadt an der Aisch, in die Stadt Erlangen eingemeindet, die damals knapp 25.000 Einwohner hatte. Die wenigen Evangelischen der Ortschaft Alterlangen gehörten zum Nordwestsprengel der Kirchengemeinde Erlangen-Altstadt. Mit der Entstehung der Stadtrandsiedlung  1932 waren erstmals evangelische Christen in größerer Anzahl westlich der Regnitz ansässig geworden.

Seit dem 1. Advent 1930 fanden in Alterlangen Bibelstunden statt, die der Altstädter Pfarrer  hielt. 1932 wurde Alterlangen und die dortige neue Siedlung als eigener Seelsorgesprengel in die Altstädter Gemeinde eingegliedert. Die geistliche Betreuung lag beim Altstädter Vikar. Kern der Gemeinde war die Stadtrandsiedlung.

Johanneskirche 1952 innen

Kirche 1952

1934 wurde von der Stadt Erlangen in der Hans-Sachs-Straße ein Gemeinschaftshaus mit Kindergarten errichtet. Den Bau der im Siedlungsprojekt vorgesehenen Kirche, die im Mittelpunkt der Stadtrandsiedlung am Damaschkeplatz errichtet werden sollte, verhinderte der Ausbruch des Krieges. Von 1935 an fanden die Gottesdienste für die Evangelischen von Alterlangen und Büchenbach im Saal des Gemeinschaftshauses in der Stadtrandsiedlung (Hans-Sachs-Str. 2 - heute städtischer Kindergarten) statt. 1936 untersagte der nationalsozialistische Staat alle kirchlichen Veranstaltungen in öffentlichen Räumen. Die Stadt entzog deshalb der Kirche das Nutzungsrecht des bisherigen Gottesdienstraumes. Durch diese Verfügung sind die Gottesdienste in der Stadtrandsiedlung unmöglich geworden. Für die Siedlergemeinde wurde in der Folgezeit bis Kriegsende zweimal im Monat ein eigener Gottesdienst in der Martinsbühler Kirche gehalten. Busverbindungen in die Stadt gab es damals noch nicht. Es waren die wirklich Getreuen, die ab Januar 1937 den Fußweg zum Kirchgang  in die Martinsbühler Friedhofskirche auf sich nahmen. Nach dem Zusammenbruch des sog. 3. Reiches wurden wieder Gottesdienste  für die Siedlergemeinde im Kindergartensaal des Gemeinschaftshauses abgehalten. Ende 1946 wurde in der Altstädter Kirche ein neuer Kirchenvorstand gewählt. Aus der Stadtrandsiedlung vertrat Leonhard Ramming (Florian-Geyer-Str. 1), der auch 1952 wiedergewählt wurde, die Alterlanger Interessen.

 

Bereits in der 1. Sitzung des neuen Kirchenvorstandes wurde der Bau einer Siedlerkirche als dringend notwendig erachtet, weil der Saal im Gemeinschaftshaus nicht immer zur Verfügung stand und inzwischen auch zu klein geworden war.

Bis zur Realisierung sollten noch 5 Jahre vergehen. Das Siedlerhaus Schallershofer Str. 13, wo heute das Gemeindehaus steht, wurde 1947 als Wohnung für den Vikar angemietet und 1950 käuflich erworben. Es diente zuerst als Pfarrhaus und später als Wohnung für den Diakon. Die Grundsteinlegung für Kirche fand am 1. Advent 1951 statt. 1976 erfolgte der Abriss des alten Siedlerhauses und der Neubau eines Gemeindehauses mit Mesnerwohnung. Der Bau der Kirche wurde vom Architekten Scherzer geplant und von der Fa. Thomas Merkel aus Alterlangen ausgeführt. Nach einer Pause von 215 Jahren war dies der erste Kirchenbau in Erlangen nach der Einweihung der Neustädter Kirche im Jahre 1737. Zum Kirchenbau stiftete ein Erlanger Unternehmer 20.000 DM. Die Altstädter Gemeinde verkaufte ein Grundstück aus ihrem Kirchenvermögen. Einen beträcht-lichen Teil der Gesamtkosten brachten Gemeindeglieder selbst auf.

Siedlerfamilien stifteten ebenso wie der Altstädter Kirchenvorstand Fenster, Leuchter und Altarbibel. Am Ostermontag des Jahres 1952 wurde die „Siedler-Kirche“ mit 180 Sitzplätzen durch Kreisdekan Dr. Schieder dem Evangelisten Johannes geweiht. Die ersten Pfarrer waren die Stadtvikare Alfred Wehrmann (1951 – 1953) und Dr. Hans-Peter Alt (1954 – 1959).

 

Die Kirche erwies sich aufgrund des raschen Bevölkerungswachstums durch die Neubautätigkeit bald als zu klein. 1961 begannen die Planungen des Kirchenvorstandes für ein Gemeindezentrum.  1963 wurde die alte Kirche abgebrochen. Die Gottesdienste fanden im  neuen Kindergarten statt. Aus dem geplanten Erweiterungsbau wurde ein völliger Neubau. Nur die Glasfenster der alten Kirche und die Beigaben des Grundsteins sowie die Glocken und die bescheidene Orgel wurden aus der alten Kirche übernommen. Am 25.10.1964 erfolgte die Einweihung der neuen Kirche, die fast dreimal soviel Besucher aufnehmen kann wie die alte Kirche. Im Jahre 2014 kann die jetzige Johanneskirche 50. Geburtstag feiern.

 

Wer mehr über die Geschichte der Johannesgemeinde und ihre Kirche wissen möchte, der sei verwiesen  auf die Festschrift „40 Jahre Evangelisch-Lutherische Johanneskirche Erlangen“ und den 2004 herausgegebenen „Kirchenführer“, die beide im Pfarrbüro erhältlich sind.

 

Dieser Text ist aus dem Kontakt April 2012 und wurde von Kirchenpfleger Siegfried Olbrich verfasst.